Ob bei Lawinenabgängen, Erdbeben, Suchaktionen, Kriminalfällen oder anderen Katastropheneinsätzen: Hunde sind mit ihren 5 Millionen geruchsempfindlichen Zellen in der Nase die perfekte Ergänzung wenn es gilt, Menschenleben zu retten. Doch die wenigsten von uns wissen, welch harte Ausbildung in Kombination mit ständigem Training hinter diesen Heldentaten steckt. Wir wollen Ihnen den Werdegang der Vierbeiner etwas näher bringen – und wer weiß: vielleicht werden Sie und Ihr Hund bald das nächste heldenhafte Duo.
Welche Hunderassen sind geeignet?
Die Hunde sollten nicht zu groß und nicht zu klein sein – schließlich müssen sie Hindernisse überwinden und an für Menschen unzugängliche Stellen kommen. Wichtige Wesensmerkmale: die Hunde müssen gehorsam, umgänglich und unerschrocken sein. Am besten geeignet sind mittelgroße Rassen wie z.B. Golden Retriever, Riesenschnauzer, Deutsche Schäferhunde, Labradore und Mischlinge aus diesen Rassen.
Früh übt sich, wer ein Held werden will
Schon ab der 12. Woche wird der Spieltrieb genutzt, um die Hunde zu sozialisieren und eine feste Bindung mit dem Hundeführer aufzubauen. Die Aufmerksamkeit wird geschult und sie werden an alles gewöhnt, was sie später von einer erfolgreichen Suche ablenken könnte. Basis für den Erfolg ist dabei der natürliche Beutetrieb, der die Welpen schon früh zur selbständigen Suche treibt.
Gute Schule
Die Ausbildung fordert sowohl den Hunden als auch den Hundeführern sehr viel ab. In drei aufeinander aufbauenden Ausbildungsphasen werden die Teams an Notfallsituationen herangeführt und innerhalb von 3 Jahren zum perfekt eingespielten Duo geformt. Der Spaß an der Arbeit sollte dabei aber trotzdem nie verloren gehen. Denn ein ständiges Training ist von Beginn an ein wesentlicher Erfolgsfaktor und für die Routine bei Einsätzen unumgänglich.
Retter in der Lawinen-Not
Gerade im Winter werden Hunde vor allem bei Lawinenabgängen zu Helden. Denn in der kurzen Zeit, die zur Rettung von Verschütteten bleibt, ist ihr Spürsinn oft lebensrettend. Diese Fähigkeit hat die Vierbeiner vielerorts zu unverzichtbaren Mitgliedern in Such- und Rettungsteams gemacht. Die Sucharbeit ist für Hund und Hundeführer sehr aufwändig und belastend. Da sie meist als einer der Ersten am Einsatzort eintreffen, müssen Hundeführer und Hund für solche Situationen bestens geschult sein und über umfangreiche Kenntnisse in den Bereichen Abklärung, Gefahreneinschätzung und Einsatzabläufe verfügen. Der Vierbeiner darf sich dabei von nichts ablenken lassen: andere Hunde, Geräusche von Such-Geräten oder andere störende Einflüsse dürfen ihn nicht von seinem Ziel abbringen – den Verschütteten schnellstmöglich aufzuspüren.
2010 waren in Österreich 234 ausgebildete Suchhunde im Einsatz – und wenn auch Sie und Ihr Vierbeiner ein Teil dieser unverzichtbaren Einheit werden wollen, unter www.bergrettung.at finden Sie alle wichtigen Informationen und Kontaktdaten.
Weltweit gefragt
Aber nicht nur in den heimischen Alpen sind unsere Vierbeiner gefragt. Die Fähigkeiten von österreichischen Such- und Rettungshunden kommen weltweit in Katastrophenfällen zum Einsatz. Ob bei Erdbeben oder anderen Naturkatastrophen: Die gut ausgebildeten Teams retten Leben, wo immer sie gebraucht werden.

