- Pfad:
- Startseite
- Service
Afghanischer Windhund
(Levrier afghan; Afghan Hound; Lebrel Afgano)
Haarkleid, Haltung und Gangwerk lassen den Afghanischen Windhund exotisch erscheinen.

Geschichte
Gewiss scheint, dass bereits 2000 Jahre v. Chr. in der afghanischen Steppen- und Bergwelt dem Afghanischen Windhund ähnliche Hunde vorhanden waren. Von den Nomaden als Ernährer der Familie hochgeschätzt, hatten sie die Aufgabe, das Wild zu verfolgen und niederzureißen. Man kann schon in frühester Zeit von einer Reinzucht sprechen, da allein der Gebrauchswert und die Leistung die Auslese bestimmten. Bei Todesstrafe war es verboten, Tiere aus dem Land auszuführen. Dem Englander Bell Murrey gelang es 1888, den ersten Afghanischen Windhund nach Europa zu bringen, doch die eigentliche Geschichte der modernen Zucht begann 1907, als Captain John Barff den legendären Rüden Zardin, einen hellfarbenen Hund mit schwarzer Maske, aus Afghanistan nach England einführte. Zardin gehörte dem Bergtyp an, auch Ghazni genannt, der im Unterschied zum Flachlandafghanen - Bell-Murrey-Typ - kleiner und temperamentvoller ist. Nach Zardin stellten die Engländer den ersten Standard auf. 1920 folgten zwölf Tiere des Steppentyps, vier Jahre darauf einige Exemplare Bergafghanen. Damit standen sich zwei verschiedene Typen gegenüber, Hauptstreitpunkte bildeten Fellstruktur und Größe. Ein neuer, 1925 formulierter, Standard beruhte wiederum hauptsächlich auf der "Zardin-Beschreibung". Erst in den dreißiger Jahren erfolgte die völlige Durchmischung beider Typen, wobei sich der Ghaznityp formmäßig durchsetzte, die Bell-Murrey-Tiere aber von der Bildfläche verschwanden.
Rassebeschreibung
Großer Windhund, quadratisch im Format, harmonisch proportioniert und kraftvoll. Durch sein langes, seidiges Haar, die stolze Haltung und die federnde Gangart wirkt er fremdartig und attraktiv und bietet ein imposantes Bild. Sein Kopf ist lang, zeigt kaum Stirnabsatz und hat kräftige Kiefer mit eng anliegenden Lefzen. Die bevorzugt dunklen bis mittelbraunen Augen sind leicht schräg gestellt. In Augenhöhe sind die gut am Kopf anliegenden langen Ohren angesetzt. Beim Afghanischen Windhund wird ein komplettes Scherengebiss gefordert. Augenscheinlich ist die hervorragend ausgebildete Brust sowie der kräftig bemuskelte Rücken. Die Schultern und Oberarme sind lang und kräftig, einen ausgeprägten Winkel bildend, die Hintergliedmaßen lassen ebenfalls Kraft und Aktionsfähigkeit erkennen. Typisch ist auch die lange, in einem Ringel endende, tief angesetzte Rute. Das Haarkleid ist am Fang, auf dem Rücken und auf der Kruppe kurz. Oberkopf, Ohren, Flanken sowie Vorder- und Hintergliedmaßen sind lang und dicht behaart. Vom Vorgesicht an nach hinten lang, mit einem markanten seidigen Haarschopf, dem „top-knot". Die Rute weist schwache Befederung auf. Im Idealfall ist die Haartextur seidig und möglichst glatt, das Haar so lang wie möglich und weist alle Farben auf.
| Charakteristika | Afghanischer Windhund |
|---|---|
| FCI-Nomenklatur | FCI-Gruppe 10 Windhunde; Sektion 1 Langhaarige oder befederte Windhunde; FCI-Standard-Nummer 228 |
| Herkunftsland | Afghanistan/Großbritannien |
| Größe | groß |
| Höhe und Gewicht | 63 - 74 cm bei 23 - 27 kg |
| Pflege | sehr pflegeintensiv, taglich bürsten und kämmen |
| Wesen | eigenwillig, vital, gegen Fremde zuruckhaltend |
| Gebrauchstüchtigkeit | Begleit- und Familienhund, braucht viel Auslauf |
| Lebenserwartung | 12 - 14 Jahre |
