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Clickertraining - Auf den Punkt genau

Warum es bei der Erziehung auf die Sekunde ankommt: Kennen Sie das? Sie geben Ihrem Hund ein Kommando, er reagiert sofort, er ist bemüht und möchte Ihnen Ihren Wunsch erfüllen.

Aber so richtig scheint er nicht verstanden zu haben, was Sie von ihm wünschen. An irgendeinem Punkt hat die Kommunikation versagt. Aber wo? Verhaltensforscher haben festgestellt, dass unsere Hunde uns nur verstehen, wenn ein direkter, also zeitgleicher Bezug zwischen unserer Botschaft und dem Verhalten des Hundes deutlich wird. Ansonsten kann der Hund den Zusammenhang nicht einordnen.

Als Beispiel nennt die erfahrene Hundetrainerin den Spaziergang: "Laufen unsere Hunde ohne Leine, möchten wir, dass sie sich regelmäßig umschauen und Blickkontakt mit uns aufnehmen. Sie zeigen das erwünschte Verhalten, wenn sie rund 50 Meter von uns entfernt sind. Eine direkte Belohnung bekommt der Hund jedoch erst, wenn er wieder zu uns zurückgekommen ist. Der Zusammenhang zwischen dem erwünschten Verhalten und dem Lob geht durch die Zeitspanne komplett verloren".

Der Klicker ist eine Art Knackfrosch, der ein kurzes „Klick-Klack“ von sich gibt, wenn man ihn drückt. Das „Klick-Klack“ wird zeitgleich zu erwünschten Verhaltensweisen des Hundes ausgelöst. Es markiert so das erwünschte Verhalten und beinhaltet gleichzeitig ein Belohnungsversprechen. Denn der Hund hat gelernt, dass er nach einem „Klick-Klack“ belohnt wird. „ Das richtige Timing ist hier entscheidend. Der Clicker muss exakt mit dem erwünschten Verhalten ausgelöst werden. Bei der anschließenden Belohnung spielt das enge Timing dagegen keine Rolle mehr“

Haben Hunde das Clicker-System – den Zusammenhang zwischen ihrem Verhalten, dem „Klick-Klack“ und der bevorstehenden Belohnung - erst einmal verstanden, lässt es sich problemlos auf alle Bereiche der Erziehung übertragen. Die Hunde haben dann nur noch eins im Sinn: den Clicker möglichst oft zu hören!

Sie können die Methode des Clickertrainings gut anwenden, wenn Sie Ihrem Hund beibringen, Sitz zu machen:

  • Sie halten ein Leckerli in der Hand und warten darauf, dass das Hinterteil Ihres Welpen den Boden berührt. Haben Sie Geduld. Geraten Sie nicht in Versuchung, ihm einen Befehl zu geben oder den Welpen in eine sitzende Haltung zu bugsieren. Warten Sie, bis er sich schließlich von allein hinsetzt.
  • So bald das Hinterteil Ihres Welpen den Boden berührt, klicken Sie und geben ihm einen Happen.
  • Wiederholen Sie dies einige Male in kurzen Lerneinheiten und an unterschiedlichen Orten.
  • Dann fangen Sie an in dem Moment "Sitz" zu sagen, in dem das Hinterteil Ihres Welpen den Boden berührt. Machen Sie weiterhin Klick, und geben Sie ihm dabei eine Belohnung. Ihr Hund lernt, dass "Sitz" tatsächlich bedeutet, mit dem Hinterteil auf dem Boden zu sitzen. Denn er hört dieses Wort nur, wenn er sich in einer sitzenden Position befindet.
  • Nachdem Sie die oben genannten Punkte einige Male wiederholt haben (40 - 80 Mal verteilt über kurze Übungseinheiten), können Sie damit anfangen, "Sitz" zu sagen. Das heißt, Sie geben das Kommando, bevor sein Hinterteil auf dem Boden ist. Fahren Sie damit fort, ein Klick-Geräusch zu machen und ihm eine Belohnung zu geben, sobald er sitzt. Aber sagen Sie Ihrem Hund nur, dass er "Sitz" machen soll, wenn er auch dabei ist, es zu tun.
  • Jetzt weiß Ihr Hund, was "Sitz" bedeutet. Das Klick-Geräusch ist für dieses Kommando nicht mehr notwendig. Aber belohnen Sie ihn trotzdem ab und an mit einem kleinen Snack, wenn er auf Kommando "Sitz" macht.