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Sitz! Platz! Fein!

Wer wünscht sich nicht einen Hund, der aufs Wort gehorcht? Und mit dem richtigen Know-How können Sie lange Übungszeiten stark verkürzen.

Ihr Welpe ist ein Rudeltier, und eine feste Hierarchie empfindet er als ganz normal. Wenn Sie ihn als gleichberechtigten Freund betrachten, lassen Sie ihm möglicherweise zu viele Freiheiten. Dadurch wird er aber nur verwirrt, denn er braucht klare Regeln, an denen er sich orientieren kann. - Auch in einem Rudel kann es nur einen Chef geben.

Der Ton gibt die Richtung an

Um Ihrem Welpen klarzumachen, was Sie von ihm möchten, brauchen Sie nicht zu schreien. Viel wichtiger ist der Tonfall, in dem Sie die Hörzeichen geben. Am Klang Ihrer Stimme kann Ihr kleiner Hund erkennen, ob Sie mit ihm schimpfen oder ihn loben. Die Worte, die Sie verwenden, sind dabei zweitrangig. Es sollten aber nur kurze prägnante Hörzeichen sein, keine langen Sätze. "Komm hier her!" ist schon zu lang. "Komm!" reicht völlig aus.

Auch wenn Sie ein höflicher Mensch sind: Ein "Bitte" hilft dem Welpen nicht viel weiter. Sicher widerstrebt es gelegentlich, so autoritär mit einem so kleinen, niedlichen Kerl umzugehen. Aber nur so kann die Kommunikation zwischen Ihnen und Ihrem Hund funktionieren.

Mit dem ersten Tag in der Familie sucht ein Welpe in seinem neuen "Rudel" seinen festen Platz, und Sie können bereits mit kleinen Erziehungsspielen beginnen. Fangen Sie mit kleinen, spielerischen Übungen an. Brechen Sie keine Übung ab, ehe Ihr Hund sie nicht erfolgreich zu Ende geführt hat. Und loben Sie ihn dann bitte jedesmal. Aber lassen Sie es mit maximal fünf Minuten pro Übung und pro Tag mit 15 Minuten genug sein.

Achten Sie auch darauf, dass Sie immer derjenige sind, der entscheidet, ob eine Übung oder ein Spiel beginnt und wann es aufhört. Auch wenn der kleine Kerl mit seiner gesamten Spielzeugkollektion ankommt, sagen Sie ruhig auch mal "Nein". Das unterstützt Ihre Stellung im Rudel.

Komm!

Die ersten Übungen finden am besten in der Wohnung statt. Zunächst ist es wichtig, dass der Hund auf Sie reagiert und kommt, wenn Sie ihn rufen. Verwenden Sie immer das gleiche Wort, wie z.B. "Komm", eventuell in Verbindung mit seinem Namen. Wenn Sie ein- oder zweimal gerufen haben, wird er wahrscheinlich angelaufen kommen. Loben Sie ihn dann ausgiebig. Auch ein kleiner Belohnungshappen ist erlaubt.

Manchmal hat Ihr kleiner Hund aber etwas viel Wichtigeres vor und denkt gar nicht daran zu kommen. Ist auch nach zweimaligem Rufen nichts passiert, holen Sie ihn und bringen ihn zu der Stelle, von der Sie gerade gerufen haben. Die Übung gleich noch einmal wiederholen.

Rufen Sie Ihren Hund beim Spaziergang und er kommt nicht, kann der Versuch, ihn zu holen, durchaus in eine Verfolgungsjagd ausarten. Ihr Hund empfindet dies möglicherweise als nettes Spiel. Das Übungsziel ist damit jedoch nicht erreicht. Im Freien ist deshalb eine andere Methode sinnvoll: Kommt Ihr Hund auf Ihr Rufen nicht, drehen Sie sich um und gehen fort. In den meisten Fällen wird der Kleine angebraust kommen, um Sie nicht zu verlieren. Natürlich sollte er nicht zu weit entfernt sein. Bei den ersten Spaziergängen ohne Leine bleibt Ihr Welpe besser in einem Umkreis von ein paar Metern.

Nein! Aus!

In jedem Welpen steckt ein kleiner Entdecker, der seine Umgebung ganz genau kennenlernen will. Dazu gehört es auch mal, etwas anzuknabbern, um die Schmackhaftigkeit zu testen. Dies ist manchmal ärgerlich und kann für Ihren Welpen sogar gefährlich werden. So sind z.B. einige unserer Zimmerpflanzen giftig (z.B. Usambaraveilchen, Dieffenbachien, Weihnachtsstern) oder können Verletzungen verursachen (Kakteen). Diese sollten zunächst besser aus dem Aktionsradius des Welpen entfernt werden.

Wenn Ihr Hund z.B. gerade Ihre Schuhe benagt, machen Sie mit ihm ein Tauschgeschäft: Bieten Sie ihm statt dessen einen geeigneten Ersatz (z.B. Kauknochen oder Kauspielzeug) an. Loben Sie ihn, wenn er sich nun mit diesem beschäftigt. So kann er sein natürliches Kaubedürfnis befriedigen, und Ihr Inventar wird geschont. Auch wenn es noch so niedlich aussieht, wenn Ihr Welpe mit Ihrem Pantoffel verschwindet, müssen Sie von Anfang an konsequent sein. Mit dem Hund werden auch die Zähne größer. Und spätestens beim 10. Paar zerfetzter Schuhe werden Sie verzweifeln.

Sitz!

Auch mit der Übung "Sitz" können Sie schon früh beginnen. Später kommt dann "Platz" und "Bleib" hinzu. Mit diesen Kommandos werden Sie Ihren Hund unter Kontrolle haben. Auch in einer ungewohnten Situation können Sie Ihren Hund dann mit einem Hörzeichen in "Sitz" bringen und so z.B. verhindern, dass er wegen einer Katze vor ein Auto läuft.

Wie gelingt das? Leckerli bieten zu Anfang eine gute Unterstützung. Halten Sie Ihrem Hund einen Belohnungshappen über den Kopf und bringen Sie ihn langsam aus seiner Sichtweite. Sagen Sie jetzt "Sitz!". Dadurch, dass der Welpe dem interessanten Leckerli folgen will, setzt er sich in vielen Fällen tatsächlich hin. Dann wird er gelobt und bekommt sein Leckerli. Weigert er sich, dies zu tun, kann man durch leichten Druck auf das Hinterteil etwas nachhelfen.

Die Leckerlis dürfen natürlich immer nur dann gegeben werden, wenn der Hund sich korrekt gesetzt hat. Nicht aus Verzweiflung nachgeben! Dann hat der Hund etwas anderes gelernt, nämlich "Nur schön stur sein, die Häppchen bekomm´ ich sowieso".

Die wichtigsten Dinge hat Ihr Hund nun schon gelernt. Sogenannte Welpenschulen oder Hundesportvereine bieten gute Möglichkeiten, das Gelernte zu vervollkommnen - wenn Ihr Welpe trotz aller Mühe nicht so recht gehorchen will oder einfach, weil es mehr Spaß macht, in der Gruppe zu üben.

Der regelmäßige Kontakt mit Artgenossen ist außerdem ein wichtiger Aspekt von Welpenspielgruppen und Hundeschulen. Hier lernt der Kleine, sich zu behaupten oder auch mal zu unterliegen und sich zu ergeben. Gerade für Welpen, die sehr schüchtern gegenüber anderen Hunden reagieren, ist dies eine gute Möglichkeit, Selbstbewußtsein zu entwickeln.