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Kommunikation zwischen Herrchen und Hund
Kommunikation zwischen Herrchen und Hund richtig deuten
Ein Hund als Haustier bringt vielen Menschen Abwechslung und Freude in den Alltag, für Kinder sind die vierbeinigen Familienmitglieder oft Spielpartner, mit denen man viel Spaß haben kann. Beim Herumtollen, Streicheln und Toben darf man aber eines nicht vergessen: Hunde sind kein Spielzeug. Nicht jeder Hund ist auf Abruf zum Spielen bereit oder lässt sich wie ein Stofftier in die Ecke legen. Der Umgang mit Hunden erfordert gewisse Verhaltensregeln und die Kenntnis ihrer Körpersprache. Wird an den Signalen des Hundes nicht erkannt, dass er in Ruhe gelassen werden will, Angst hat oder sich unwohl fühlt, kann das zu einem Biss führen. Rund 5.200 Menschen werden jährlich durch einen Hundebiss so schwer verletzt, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Durchschnittlich ein Viertel der Verletzten ist jünger als 15 Jahre. Die Unfallzahlen zeigen, dass vor allem Kinder beim ausgelassenen Herumtollen verletzt werden. Auch wenn der Hund glaubt, sein Futter, sein Revier oder seine Bezugsperson verteidigen zu müssen, kann es zu Bissverletzungen kommen.
Warnsignale erkennen und beachten
Um derartige Situationen zu vermeiden, ist es wichtig, die Warnsignale des Hundes richtig zu deuten und zu beachten. Hunde setzen überwiegend körpersprachliche Signale. Lautsprache wie Knurren oder Bellen ist eher zweitrangig und deutet auf eine eskalierende Situation hin. Deshalb ist es wichtig, schon aus der Körperhaltung, der Mimik, der Stellung von Ohren und Schwanz, und dem Fell, das z.B. gesträubt oder glatt sein kann, die Empfindungen des Hundes zu erkennen. Zwar gibt es Übereinstimmungen zwischen der menschlichen Körpersprache und jener von Hunden, allerdings auch Signale, die eine völlig andere Bedeutung haben als beim Menschen. Dazu zählt beispielsweise der direkte Augenkontakt: Während der Blick in die Augen bei Menschen als höflich empfunden wird, sehen Hunde darin eine Provokation und bei länger andauerndem Starren eine Bedrohung. Das Abwenden des Blicks, des Kopfes oder des ganzen Körpers wird bei Hunden als beschwichtigendes Signal eingesetzt, um sich selbst oder andere zu beruhigen oder gut zu stimmen. Bevor der Hund zubeißt, sendet er eher Beschwichtigungssignale, um den Konflikt zu vermeiden. Dazu zählt auch, einen Bogen, um die ihm unangenehme Situation zu machen oder sich zurückzuziehen. Ist das nicht möglich, setzen Hunde akustische Signale. Je nach Empfindung kann beispielsweise ein Winseln Stress und Unsicherheit ausdrücken, Knurren dient als Droh- oder Warnsignal. Bellen kann unterschiedliche Bedeutungen haben. Es kann eine Aufforderung zum Spielen sein, Ängstlichkeit andeuten oder wird zur Warnung und Abwehr eingesetzt.
Verhaltensregeln Kindern schon von klein auf erklären
Generell gilt: Hunde beißen in der Regel nicht ohne Vorwarnung oder Grund zu. Beschwichtigungssignale oder Drohgebärden werden gesetzt, um ein Eskalieren der Situation zu vermeiden. Vor allem Kinder kennen die Bedeutung der Warnzeichen nicht oder reagieren zu spät. Sie müssen diese lernen und auch über das Verhalten des Hundes aufgeklärt werden. Bereits kleinen Kindern kann beigebracht werden, dass sie bei einem knurrenden Hund auf Distanz gehen oder ihn, wenn er sich abwendet, in Ruhe lassen sollen. Denn werden diese Beschwichtigungszeichen nicht beachtet, verursacht das beim Hund Stress und Gereiztheit, die mitunter zu Verletzungen führen kann. Auch Angstsignale wie ein eingezogener Schwanz müssen beachtet werden. Ungewohnte Situationen, Hektik, Lärm und Menschenmengen können ebenso Stress verursachen wie eine schlechte, nervöse Stimmung zwischen Bezugspersonen oder gegenüber dem Hund. Zu wildes oder raues Spiel, bei dem der Hund z.B. am Nacken geschüttelt wird, kann Bissverletzungen hervorrufen, da sich das Tier bedroht fühlen kann. Das Schütteln am Nacken sollte bei erwachsenen Hunden auf jeden Fall unterlassen werden, da es als Angriff gedeutet wird und für Vierbeiner massiv beängstigend ist. Sie reagieren in der Regel mit Verteidigung, was zu Bissen führen kann.
Der Hund als Teil einer Familie muss sich an bestimmte Regeln halten, die ihm von klein auf beigebracht werden. Allerdings sollten auch seine Besitzer gewisse Verhaltensregeln einhalten und die körpersprachliche Kommunikation des Hundes beachten, um ein konfliktfreies Zusammenleben zu erleben.
Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) untersucht und entwickelt Wege, Unfälle zu vermeiden und Menschen Sicherheit zu bieten. Unfallprävention in allen Lebensbereichen –nicht nur im Straßenverkehr, sondern auch in Heim, Freizeit und Sport – ist ein zentrales Anliegen des KfVs. Dazu zählt auch der sichere Umgang mit Hunden.
