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Die Sozialisierung Ihres Welpen

Die Sozialisierungsphase ist eine wichtige Lernphase im Leben des Welpen und sollte nicht dem Zufall überlassen werden. Lesen Sie, wie Sie ihn an den Umgang mit anderen Menschen oder Heimtieren und an seine Umwelt gewöhnen.   

Sozialisierung heißt, ein Hund lernt, Beziehungen zu Menschen, anderen Hunden und seiner Umgebung aufzubauen. Dieser Lernprozess dauert natürlich ein Leben lang. Doch solange Ihr Hund noch jung ist, hinterlassen sowohl gute als auch schlechte neue Erfahrungen den stärksten Eindruck. Diese Erfahrungen sind für die Zukunft Ihres Hundes ausschlaggebend und haben bleibende Auswirkungen auf sein Verhalten im späteren Leben.

Während der ersten Wochen sollten Sie mit Ihrem Welpen ein intensives Sozialisierungsprogramm absolvieren. Ihren Hund zu sozialisieren ist wichtig und eine lohnende Investition in Ihre gemeinsame Zukunft. In dieser Phase wird der Grundstein für die charakterliche Entwicklung Ihres Hundes gelegt. Die intensive Beschäftigung mit Ihrem Welpen ist außerdem die beste Gelegenheit, sich gegenseitig genauer kennenzulernen.

Wie Sie Ihren Welpen am besten sozialisieren:

Wann Sie beginnen sollten

Je früher Ihr Welpe lernt, Beziehungen zu Menschen, anderen Hunden und seiner Umgebung aufzubauen, desto besser. Dieser Lernprozess dauert ein Leben lang. Doch solange Ihr Hund noch ein Welpe ist, hinterlassen sowohl gute als auch schlechte neue Erfahrungen den stärksten Eindruck. Diese Erfahrungen sind für die Zukunft Ihres Hundes ausschlaggebend und werden bleibende Auswirkungen auf sein Verhalten im späteren Leben haben.

Womit Ihr Welpe gute Erfahrungen machen sollte

In den Alltagssituationen, mit denen Ihr Welpe in Zukunft öfter konfrontiert wird, sollte er sich wohlfühlen. Das gilt für Fahrten im Auto genauso wie für den Besuch des Postboten, den Kontakt mit den Nachbarskindern (und Kindern im Allgemeinen), für die Begegnung mit großen Lkws oder Autos, mit großen Tieren, Staubsaugern, Waschmaschinen und für viele andere Dinge.

Ihr Hund sollte auf alle möglichen späteren Lebenssituationen vorbereitet werden. Damit er bei einem neuen Erlebnis oder der Begegnung mit einer neuen Person neugierig und nicht ängstlich oder aggressiv reagiert, setzen Sie Ihren Welpen neuen Eindrücken und Geräuschen nur nach und nach aus. Lassen Sie ihn seine Welt selbst erkunden. Schalten Sie z.B. den Staubsauger zuerst in einem anderen Raum an, damit das laute plötzliche Geräusch ihn nicht erschreckt. Und warten Sie, bis er dieser neuen Erfahrung selbst auf den Grund gehen will. Stellen Sie sicher, daß die Entdeckung des Staubsaugers eher eine positive als eine bedrohliche Erfahrung ist. Stellen Sie zum Beispiel etwas Futter neben dem Staubsauger bereit. Ist Ihr Welpe eher schüchtern und ängstlich, beginnen Sie damit, ein Leckerli neben den ausgeschalteten Staubsauger zu legen. Anschließend können Sie sich dann langsam vorarbeiten, bis Ihr Welpe schließlich auch das angeschaltete Gerät akzeptiert.

Ihr Hund muss sich in der Gesellschaft von Menschen und Kindern später absolut wohl fühlen. Aus diesem Grund sollte er an den Umgang mit unterschiedlichen Typen gewöhnt werden: mit bärtigen Menschen, mit dünnen, übergewichtigen, großen. Mit Menschen, die Hüte oder Brillen tragen, Kinderwagen oder Fahrräder schieben usw. Wenn Sie mit Ihrem Welpen spazierengehen, sollten Sie ein paar Leckerlis mitnehmen und ab und zu einen Fremden bitten, Ihrem Welpen eins davon zu geben. Auf diese Weise lernt er, dass Kontakte mit Menschen positive Folgen haben. Sie können diese Gelegenheit auch gleich zur Ausbildung nutzen. Bringen Sie Ihrem Hund bei, Sitz zu machen, bevor er eine Belohnung bekommt. Das wird ihn davon abhalten, an Fremden freudig hochzuspringen.

Auch an den Kontakt mit Kindern sollte Ihr Hund frühzeitig gewöhnt werden. Es ist jedoch wichtig, dass auch die Kinder wissen, wie sie mit einem Welpen umgehen müssen. Deshalb sollte in jedem Fall ein Erwachsener anwesend sein. Meistens sehen Hunde in Kindern eine besondere Spezies. Kinder bewegen sich anders als Erwachsene und sprechen und reagieren auch anders. Beginnen Sie langsam, indem Sie mit Ihrem Welpen einige Zeit in der Nähe von Kinderspielplätzen verbringen. So kann er sich schrittweise an das Aussehen und an die Geräusche von spielenden Kindern gewöhnen. Als nächsten Schritt können Sie Kinder bitten, sich so oft wie möglich mit Ihrem Welpen zu beschäftigen. Dabei sollten sie mit wenigen Kindern beginnen. Später können Sie dann eine größere Gruppe zu ihm lassen.

Es ist natürlich unmöglich, Ihren Hund auf alles vorzubereiten, was er in Zukunft sehen wird. Wenn Sie ihm aber beibringen, dass neue Erfahrungen angenehm sind, wird er als neugieriger Entdecker und nicht in ständigem Misstrauen aufwachsen. Seien Sie nicht überrascht, wenn Ihr Welpe plötzlich Dinge ablehnt, die er bisher akzeptiert hat. Diese Phase beginnt ungefähr mit 14 Wochen und ist völlig normal. Der Zeitpunkt kann je nach Rasse variieren. Auch dann sollten Sie mit dem Sozialisierungsprogramm fortfahren und den jungen Hund immer wieder neuen Erfahrungen aussetzen.

Das Verhalten gegenüber anderen Hunden

Wie alle jungen Tiere spielen auch Hunde sehr gerne. Das Spiel ist ein wichtiger Faktor in ihrer Entwicklung. Durch das Spiel mit anderen Hunden entwickeln Welpen ihre Fähigkeiten zur Kommunikation mit ihren Artgenossen.

Hunde lernen spielend, nicht zu beißen. Wenn Welpen spielen, merken sie schnell, dass ein anderer Hund es nicht toleriert, dass scharfe Zähne an seinen Ohren oder seinem Nacken zerren. Wenn ein Welpe einen anderen Hund zu stark beißt, wird er sofort gemaßregelt. Außerdem unterbricht der andere Hund das Spiel. Auf diese Weise lernt ein Welpe schnell, die Stärke seines Bisses zu kontrollieren.

Erziehen Sie Ihren Welpen dazu, nicht zu beißen. Wenn er mit seinen Zähnen Ihre Haut berührt, sollten Sie darauf sofort mit einem schrillen Schmerzschrei reagieren (auch wenn es gar nicht weh tut). So lernt Ihr Hund, dass es nicht erlaubt ist, die Haut eines Menschen mit den Zähnen zu bearbeiten. Zusätzlich sollte das Spiel, das Sie und Ihr Welpe gerade spielen, für einen kurzen Moment unterbrochen werden. Auf diese Weise wird Ihr Hund lernen, dass er Sie nicht „beißen" darf, wenn er weiterhin Spaß haben will.