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Ein wenig Verständnis kann viel bewirken
Hunde sind vielleicht unsere besten Freunde, aber sie sind gänzlich anders als wir. Wir versuchen, unseren Hund zu einer Art Menschen zu machen, um mit ihm kommunizieren zu können, aber ein solches Verhalten unterscheidet sich deutlich von seinen natürlichen Instinkten.
Um eine enge Beziehung mit Ihrem Hund aufzubauen, ist es wichtig, dass Sie die Bedürfnisse und Wünsche Ihres Hundes verstehen lernen. Im folgenden wollen wir betrachten, wie Kommunikation der Schlüssel zu einer liebevollen Beziehung ist.
Eine Beziehung mit Vergangenheit
Seit über 12.000 Jahren sind Hunde eng mit der Menschheit verbunden. Möglicherweise begann diese Beziehung bereits 80.000 Jahre früher mit den ersten Versuchen des Menschen, den gemeinsamen Vorfahren aller Hunde, den Wolf, zu zähmen. Auch wenn der Hund in jenen Zeiten sich sein Zuhause durch seine Jagd-, Apportier-, Wach- und Aufspürfähigkeiten verdienen musste, so besteht kein Zweifel daran, dass bereits damals seine Beziehung zum Menschen auf gegenseitiger Zuneigung, Vertrauen und Verständnis beruhte.
Mit allen Sinnen
In der Natur überlebt der Hund durch Jagen, und seine Sinnesorgane sind so entwickelt, dass sie ihn dabei möglichst effektiv unterstützen. Dazu sind alle Sinne – Hören, Sehen, Tasten, Schmecken und Riechen – wichtig, aber bei den heutigen Haustier-Hunden ist das Ausmaß, in dem das jeweilige Sinnesorgan entwickelt ist, durch Jahre selektiver Züchtung, beeinflusst worden. So jagen zum Beipiel schnelle Hunde, wie Windhunde, Afganen und Saluki alle mit ihren Augen und verlieren ihr Interesse, wenn sie ihre Beute nicht sehen können. Dagegen jagen Bluthunde, Basset-Hunde und Beagles nach Geruch und folgen einer Duftspur – die bis zu einer Woche alt sein kann – und das stundenlang.
Geschmack und Geruch spielen eine bedeutende Rolle, wenn es um die Auswahl der Nahrungsmittel geht, die ein bestimmter Hund besonders bevorzugt. Die meisten Hunde mögen ein weites Spektrum an Geschmäckern und viele haben eine besondere Vorliebe für Süßes.
Wie andere Säugetiere, so sind auch Hunde schmerz- und temperaturempfindlich und lassen sich gerne freundlich streicheln. Das Körperempfinden ist von Hund zu Hund verschieden, aber die meisten lassen sich gerne am Kopf, am Oberkörper und am Rücken streicheln. Viele gehen jedoch in Abwehrhaltung, wenn man sie am Schwanz, am Rumpf oder an den Füßen berührt.
Gerüche in der Luft oder am Boden können Hunden jede Menge an Informationen über das Kommen und Gehen in der Region vermitteln. Sie können sozusagen als die lokale Tageszeitung der Hunde angesehen werden. Hunde kommunizieren auf zweierlei Art und Weise über Gerüche. Erstens hinterlassen sie Duftstoffe – im Kot, im Urin oder in Drüsensekreten – in der Umgebung, damit andere Hunde diese aufspüren können, und zweitens enthält der Geruch des eigenen Körpers Informationen über sie selbst. Urinieren dient bei Hunden nicht nur zur Entleerung der Blase. Den meisten Hundebesitzern ist das Bedürfnis ihres männlichen Hundes bekannt, häufig sein Beinchen zu heben und an zahlreichen Stellen kleine Mengen Urin zu hinterlassen. Damit grenzt er sein Revier ab und weist auf seine Anwesenheit hin. Durch das Heben des Beinchens befindet sich der ausgeschiedene Duftstoff auf Nasenhöhe. Auch Hündinnen können beim Wasserlassen ein Beinchen heben, und manche heben sogar beide Hinterfüße und manchen sogar einen akrobatischen Handstand, um ihren Urin auf einem vertikalen Gegenstand zu hinterlassen!
Verständnis und Kommunikation
Einer der Gründe, weshalb sich Hunde so gut als Haustier eignen, ist ihre erstaunliche Fähigkeit, mit Menschen zu kommunizieren. Haushunde sehen uns als eine Erweiterung ihrer eigenen Hundefamilie und sind sehr schnell, wenn es darum geht, unsere eigenen Launen und Absichten zu deuten. Ein Verständnis davon, wie Hunde untereinander kommunizieren, kann dem aufmerksamen Hundehalter dabei helfen, die Botschaft, die sein Haustier ihm mitteilen will, richtig zu entziffern.
Hunde kommunizieren mit ihren Artgenossen mittels einer Reihe an Signalen, wie etwa mit verschiedenen Gesichtsausdrücken, Körperhaltungen, Geräuschen und Gerüchen. Ihr Hund benutzt seinen Mund, seine Augen, seine Ohren und sogar seinen Schwanz, um seine Gefühle auszudrücken. Aus der Kombination der Körpersignale sollten Sie erkennen können, wer in einer bestimmten Begegnung oder Situation der „Boss" ist.
Ein Hund, der sich mutig fühlt oder aggressiv ist, wird versuchen, den Eindruck zu vermitteln, ein größeres, überlegenes Tier zu sein. Er wird aufrecht, Schwanz und Ohren aufgerichtet, dastehen, seine Brust nach vorne strecken und vielleicht auch seine Rücken- und Nackenhaare sträuben. Vielleicht wedelt er auch leicht mit seinem Schwanz und knurrt.
Ein untergebener Hund dagegen wird versuchen, sich klein zu machen und wie ein Welpe zu wirken – ausgewachsene Hunde bestrafen Hundejunge, greifen sie aber niemals an. Seine Annäherung an einen dominanten Hund erfolgt wahrscheinlich von der Seite her, wobei er sich niedergekauert und mit gesenktem, heftig wedelndem Schwanz nähert. Möglicherweise versucht er, die Hände oder das Gesicht des dominanten Hundes oder Menschen zu lecken, und wenn dies zur Beschwichtigung nicht ausreicht, rollt er sich oft auf den Rücken und entblößt seine Weichteile. In dieser Position können manche Hunde unfreiwillig eine kleine Menge Urin lassen.
Ein Hund zeigt seinen Wunsch zu spielen durch das Heben seiner Vorderpfote oder indem er einen Bogen um sein Spielzeug macht an, wobei er häufig durch Bellen die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Andere Gesten sind zum Beispiel das Anbieten eines Spielgegenstandes oder das Springen auf einen anderen Hund, um ihn zur Jagd aufzufordern.
Beobachten Sie das Verhalten Ihres Hundes und versuchen Sie, daraus zu lernen. So können Sie die Methoden erkennen, wie er kommuniziert. Beginnen Sie also, seine Sprache zu lernen, und Sie werden viel darüber erfahren, was er wirklich denkt.
