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Wie Hund und Katze zu Heimtieren wurden

Haben Sie sich je gefragt, wie Hunde und Katzen zu Heimtieren und Gefährten des Menschen wurden? Dieser Artikel führt sie zurück in vergangene Zeiten, um Ihnen zu erklären, wie es dazu kam.
  

Als vor 70 Millionen Jahren die Dinosaurier ausstarben, hinterließen sie einige ökologische Nischen und machten so den Weg für verschiedene Säugetiere frei, die diese Nischen im Laufe der Jahrtausende füllten. Es entstanden große Gruppen fleischfressender Säugetiere, darunter auch die Familie der Hundeartigen, canidae, und die der Katzenartigen, felidae.

Die beiden bekanntesten Mitglieder dieser Familie sind zwei Spezies, die ihre Nische in der Umgebung der Menschen gefunden haben: der Haushund, Canis familiaris, und die Hauskatze, Felis silvestris catus.

In diesem Abschnitt geben wir Ihnen einen geschichtlichen Rückblick und werfen einen Blick auf die Theorien zur Domestizierung von Hunden und Katzen:

Die Vorfahren des Hundes

Vergleichende genetische und anatomische Studien sowie vergleichende Untersuchungen auf dem Gebiet der Verhaltensforschung und der Lautbildung lieferten Beweise, die die Theorie stützen, dass alle Hunde in direkter Linie von den Wölfen abstammen. Tatsächlich betrachten einige Kapazitäten auf diesem Gebiet Haushunde heutzutage als eine Unterart der Wölfe. Es ist sehr wahrscheinlich, dass in verschiedenen Gegenden Wölfe gezähmt wurden – und dass unterschiedliche Unterarten der Wölfe ihren Beitrag zur Entstehung der Vorfahren des Hundes lieferten.

Die Vorfahren der Katze

Die Hauskatze, Felis catus, stammt mit ziemlicher Sicherheit von der Wildkatze, Felis silvestris catus, ab, deren Vertreter in ganz Europa, in Afrika und im südlichen Asien auch heute noch leben. In diesem weit gesteckten geographischen Gebiet entstanden durch die Anpassung an die jeweiligen Umwelt- und Klimabedingungen zahlreiche verschiedene Rassen bzw. Unterarten der Wildkatze.

Die afrikanische Wildkatze Felis silvestris libyca ist der ursprüngliche Vorfahr der Hauskatze. Dieses Tier ist nur wenig größer als unsere Katze und lebt in seiner Heimat immer noch in enger Nachbarschaft mit Menschen. Als sich die domestizierte Form verbreitete, kam es wahrscheinlich in verschiedenen Gebieten zu Kreuzungen mit heimischen Wildkatzenrassen, die in unterschiedlichem Maße an der Entstehung der modernen Hauskatze beteiligt waren. Die europäische Tigerkatze vereint in ihrem Fellmuster die Charakteristika der europäischen und der afrikanischen Wildkatze. Und das gefleckte Fell einiger Hauskatzen in Indien verrät die Abstammung von asiatischen Subspezies.

Die Domestizierung des Hundes

Hunde wurden lange vor den meisten anderen Tierarten domestiziert. Gegen Ende der letzten Eiszeit vor etwa 12.000 Jahren lebten sie bereits mit den Menschen. Die Bekanntschaft des Menschen mit den Vorfahren des Hundes, den Wölfen, bestand schon viele tausend Jahre zuvor, weil sich die Jagd- und Siedlungsgebiete der beiden oft überschnitten.

Die Entwicklung vom Wolf zum Hund war ein langer Prozess. Er begann damit, dass die Menschen versuchten, den Wolf zu zähmen. Die Wölfe, die sich am besten dem Menschen anpassten, wurden in der Gemeinschaft geduldet und bildeten so den Grundstock für weitere Generationen zahmer Wölfe. Über viele Generationen hinweg wurden diese von den Menschen selektiv nach geeigneten Merkmalen gezüchtet. Dadurch entstand ein Tier, das sich sowohl äußerlich als auch durch seine Verhaltensweisen von seinem wilden Verwandten unterschied.

Die Domestizierung des Wolfs rief bei seinen zahmen Nachkommen eine Reihe von Veränderungen hervor, die für domestizierte Säugetiere typisch sind: Körpergröße, Fellfarbe und -muster verändern sich. Der Kiefer verkürzt sich – damit stehen die Zähne zunächst gedrängter und werden dann kleiner. Gehirn und Schädelvolumen werden kleiner.

Mit der allmählichen Veränderung der menschlichen Lebensweise vom nomadischen Jäger zum sesshaften Bauern vor 8000 Jahren trat der Hund noch häufiger und weiter verbreitet auf.

Der Schlüssel zur erfolgreichen Domestizierung des Wolfs und anderer Wildtiere schien zu sein, Merkmale des Jungtieres oder sogar des Welpen beim erwachsenen Tier zu erhalten. Dieser Vorgang, Neotenie genannt, bedeutet, dass Jungtiere ein fügsames, nicht aggressives und hilfsbedürftiges Verhalten an den Tag legen. Sie sind Fremden gegenüber weniger ängstlich und länger lernfähig und verspielt. Ausgewachsene Tiere mit derartigen Merkmalen haben in der freien Wildbahn kaum Chancen, zu überleben, sind an das Leben in der Umgebung des Menschen jedoch gut angepasst.

Den größten Wert hatte der Ur-Haushund wahrscheinlich in seiner Rolle als Jagdbegleiter und Wächter. Durch die bäuerliche Siedlungskultur und die Domestizierung anderer Nutztiere stieg sein Nutzen für die menschlichen Gesellschaft noch an. Aus frühen steinzeitlichen Grabfunden – man nimmt an, dass Hund und Halter zusammen bestattet wurden – weiß man, dass auch schon damals emotionale Bindungen zwischen Hund und Mensch bestanden. Bald konnte man Hunde züchten, die Nutztiere bewachten und Felder schützten, indem sie wilde Huftiere vertrieben. In jüngerer Zeit führte die bewusste Selektion nach verschiedenen Merkmalen wie Aussehen, Temperament oder bestimmten Fähigkeiten zur Entwicklung unterschiedlicher Hunderassen.

Die Domestizierung der Katze

Katzen wurden viel später domestiziert als Hunde. Erst als die Ackerbaukultur entstand und im fruchtbaren Nahen Osten zu einer blühenden Kultur führte. Häuser, Scheunen und Kornspeicher bildeten eine neue Nische im zur Verfügung stehenden Lebensraum. Sie wurden rasch von der bevorzugten Beute kleiner Wildkatzen, also von Mäusen und anderen Kleinsäugern genutzt. Die Katze hatte Nahrung im Übermaß. Dafür half sie die lästigen Nager unter Kontrolle zu halten. Schon in dieser Zeit hat sich also ein gegenseitiger Nutzen ergeben. Wie Wölfe wurden die gelehrigeren Exemplare dieser Wildkatzen allmählich in die menschliche Gesellschaft integriert. Auf diese Weise bildete sich eine Population halb zahmer Katzen.

Die Zähmung der Katze wird weitgehend den Ägyptern zugeschrieben, die wohl vor etwa 4000 Jahren damit begonnen haben. Sie erkannten den Wert der Katzen als natürliche Feinde von Ungeziefer wie Nagetieren, Schlangen und anderen giftigen Reptilien wahrscheinlich als Erste. Katzen hatten in ihrer Kultur große religiöse Bedeutung und wurden als Personifizierung der Gottheit Bastet und damit als religiöses Kultobjekt angesehen. Daher wurde für Katzen in menschlicher Obhut sehr gut gesorgt, und viele von ihnen wurden als Kultobjekte wie Heimtiere gehalten. Da sie unter göttlichem Schutz standen, konnte man für die Tötung einer Katze im alten Ägypten zum Tode verurteilt werden.

Die Ägypter beschränkten die Ausbreitung der Katzen in andere Länder, indem sie den Export verboten. Mit der Zeit wurden diese ägyptischen Katzen jedoch auch in andere Länder gebracht. So gelangte die Katze mit den Seefahrern schließlich in alle kolonisierten Gebiete und überquerte im 17. Jahrhundert den Atlantik nach Nordamerika. Dort setzten sie die ersten Siedler auch gegen Rattenplagen ein.

Da die Katzen in aller Welt mit sehr unterschiedlichen Umweltbedingungen konfrontiert wurden, konnten geographisch voneinander getrennte Populationen bestimmte Merkmale entwickeln, die sich von denen anderer Katzen unterschieden. Die modernen Katzenrassen entstanden jedoch durch selektive Zucht – die erst in den letzten 150 Jahren populär geworden ist.