Dobermann

Herkunft des Dobermanns

Der Dobermann stammt ursprünglich aus Deutschland. Im 19. Jahrhundert lebte ein Mann namens Friedrich Louis Dobermann in der Stadt Apolda, im Fürstentum Thüringen. Er war unter anderem Steuereintreiber und Stadthundefänger. In seiner Funktion als Steuereintreiber brauchte er einen wehrhaften Hund, der schon durch sein Äußeres einschüchterte. Für seine Zucht verwendete er besonders wachsame und mutige Hunde.

Es bestand eine Nachfrage nach furchtlosen Wachhunden. So begann Louis Dobermann, die besten Hunde vor Ort mit den passenden Eigenschaften selektiv zu kreuzen. Niemand weiß genau, welche Rassen ursprünglich in die Kreuzungen eingingen. Genannt wurden die Deutsche Dogge, der altdeutsche Schäferhund (nicht der deutsche Schäferhund, den wir heute kennen), der Weimaraner, der Manchester Terrier sowie Windhunde. Mit diesen Kreuzungen hatte Dobermann sein Leben lang viel Erfolg bei der Zucht von Hunden mit einem ausgeprägten Beschützerinstinkt.

Schlussendlich entstanden daraus die gefragten Wachhunde, die seinen Namen tragen. Der Dobermann Hund war in der amerikanischen Marine auch als „Teufelshund“ bekannt und galt als ihr Maskottchen. Den Namen verdiente sich der „Teufelshund“ während des 2. Weltkriegs im Pazifik, als der Dobermann mit der Marine an Land ging und Feinde vertrieb.

Das einst aggressive, schnittige und beängstigende Aussehen wurde mit der Zeit weicher und freundlicher. Noch heute ist der Dobermann in erster Linie ein Gebrauchshund, aber auch ein wachsamer und sportlicher Familienhund.

Übersicht

Lebenserwartung, Größe und Gewicht

Diese schlanken und muskulösen Hunde werden etwa 12 Jahre alt. Mit der entsprechenden Pflege und Ernährung können sie sogar ein Alter bis zu 14 Jahren erreichen. Die Hündin wiegt 32 bis 35 kg und erreicht eine Wiederristhöhe von 63 bis 68 cm. Der Rüde wiegt 40 bis 45 kg und erreicht eine Wiederristhöhe von 68 bis 72 cm. Der Kopf des Dobermanns ist lang mit einem keilförmigen Schädel. Er hat ein kräftiges Scherengebiss und in der Regel dunkle Augen mit einem sehr wachen sowie intelligenten Ausdruck. Sein glattes, glänzendes Fell ist schwarz oder dunkelbraun mit rotbraunen Abzeichen an Kopf, Brust und Läufen.

Persönlichkeit, Charaktereigenschaften und Temperament

Der Dobermann ist bei richtiger Haltung und konsequenter Erziehung ein loyaler, treuer und liebenswürdiger Begleiter. Auch wenn er seinen Besitzern gegenüber zärtlich und gehorsam ist, ist er unter Umständen anderen Menschen gegenüber recht unnahbar.
Sein imposantes Erscheinungsbild ist gepaart mit viel Selbstbewusstsein und Entschlossenheit. Dies und sein ausgeprägter Wach- und Schutzinstinkt machen ihn zu einem zuverlässigen Wachhund.

Diese Hunderasse steckt voller Energie, liebt die Zusammenarbeit mit ihrem Menschen, ist begeisterungsfähig und zudem sehr lernwillig. Der Dobermann möchte daher sowohl körperlich als auch geistig beschäftigt werden, was einen gewissen zeitlichen Aufwand erfordert. Schließlich wurde er als Gebrauchshund gezüchtet und braucht demnach eine Aufgabe.

Dobermänner weisen einen sensiblen Charakter auf und reagieren aufmerksam auf ihre Umwelt. Um in Stresssituationen die Ruhe zu bewahren und nicht überzureagieren, ist eine umfangreiche Sozialisierung sehr wichtig. Selbstsicherheit und Unerschrockenheit zählen zwar zu den Eigenschaften dieser Rasse, dennoch  müssen die Hunde lernen, verschiedenste Situationen richtig einzuschätzen und sich angemessen zu verhalten.

Bestimmte Charaktereigenschaften werden gerne den unterschiedlichen Geschlechtern zugeordnet. Die Hündin gilt als sensibler und empfindsamer. Dies äußert sich vor allem indem sie ihrer Familie gegenüber sehr anhänglich ist. Bei Fremden hingegen reagiert sie in ihrem eigenen Revier sehr misstrauisch. Im Gegensatz dazu ist der Dobermannrüde in jungen Jahren oft stürmisch und Fremden gegenüber nicht ganz so reserviert. Im Normalfall sind jedoch beide Geschlechter konsequent, unbestechlich und verteidigen ihre Bezugspersonen.

Wie sich der Charakter über die Jahre hinweg formt und festigt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zu diesen zählen das Alter, der Gesundheitszustand,  Haltungsbedingungen, Erfahrungen sowie die Erziehung.

Zucht des Dobermanns

Als Zuchtstandard sind ein mittleres Temperament und eine mittlere Schärfe des Hundes gefordert. Er sollte also weder zu leicht erregbar noch aggressiv sein. Beim Dobermann ist die Wahl des richtigen Züchters bedeutend. Es fallen immer wieder Dobermänner mit unruhigem, nervösem oder aggressivem Verhalten auf. Verzichten Sie daher auf Hunde aus einer „Hinterhofzucht“. Vielmehr ist es wichtig, sich vom angenehmen Wesen der Elterntiere zu überzeugen und sehr viel Wert auf eine durchdachte Aufzucht und Umweltgewöhnung zu legen.
Beim Kauf eines Dobermanns sollte er einem gründlichen Gesundheitscheck unterzogen werden, da rassetypische Krankheiten wie die Hüftgelenksdysplasie oder Herzerkrankungen keine Seltenheit sind. Häufig treten bei Dobermännern auch erblich bedingte Auffälligkeiten wie Gleichgewichtsstörungen und Taubheit auf.

Erziehung von Welpen

Eine adäquate Sozialisierung und frühe Erziehung sind beim Dobermann sehr wichtig. Der Welpe sollte in seinen ersten Lebensmonaten viele positive Erfahrungen machen und unbedingt unterschiedliche Tiere und Menschen jeden Alters kennenlernen. An Katzen sollten Welpen von Beginn an gewöhnt werden.

Der Dobermann ist als Welpe ein äußerst agiler, munterer, aber auch zeitintensiver Hund. Ein guter und seriöser Züchter fängt mit der Sozialisierung seiner Welpen an und gewöhnt diese außerdem an die verschiedensten Alltagsgeräusche und Situationen. Jedoch kann er selbst nicht alle Eventualitäten abdecken, da der Hund in späterer Folge bei seiner neuen Familie anderen Umweltreizen ausgesetzt ist. Es liegt in der Verantwortung des Besitzers seinen neuen Welpen einzugewöhnen. Die Erfahrungen, die ein junger Hund in den ersten 3 bis 4 Monaten macht, sind für sein künftiges Leben enorm wichtig. Versäumnisse in der Sozialisierungsphase beeinträchtigen eine positive Entwicklung und können zu unerwünschtem Verhalten führen.
Ein Welpenkurs kann bei der weiteren Sozialisierung helfen und macht den Hund sozialverträglicher. 

Dobermann Welpen sind zwar an Neuem sehr interessiert, beim Erkunden aber oft vorsichtiger als Welpen anderer Rassen. Sie tasten sich eher langsam heran. Werden sie von ihrem Hundehalter gedrängt, kann dies das Vertrauen nachhaltig negativ beeinflussen. Geduld ist hierbei ein entscheidender Faktor, der bei der Erziehung des Welpen nicht außer Acht gelassen werden darf.

Zwei Befehle sollte man jedem Dobermann von klein auf beibringen: „Komm her“ und „Aus“. Auf diesen beiden Grundbefehlen kann man die ganze weitere Erziehung aufbauen.

Ideale Besitzer

Sicherlich ist der Dobermann kein Familienhund im klassischen Sinne. Da es sich bei diesem temperamentvollen Hund um ein arbeitswilliges Tier handelt, passt er am besten zu Menschen, die ihn körperlich sowie geistig fordern. Der Dobermann ist immerhin seit jeher ein Gebrauchshund und wird vielseitig eingesetzt.

Wer vorhat, sich einen Dobermann zuzulegen, sollte sich im Klaren darüber sein, dass Spaziergänge und Ballspiele kaum den Arbeitswillen dieses kräftigen Vierbeiners befriedigen können. Viel Auslastung, wie beispielsweise Hundesport, ist bei dieser Hunderasse ein Muss, weshalb eine Haltung in der Stadt eher ungeeignet ist. Werden seine Bedürfnisse berücksichtigt, ist er ein angenehmer Begleiter und anhänglicher Familienhund.

 

Entscheidungshilfe

Der Dobermann ist eine große, aktive und intelligente Rasse. Daher müssen Sie ihm ausreichend Auslauf und Aufmerksamkeit bieten. Jeder, der sich einen Dobermann anschafft, muss sich darüber im Klaren sein, dass er tägliche Beschäftigung und viel Bewegung benötigt.

Er braucht eine konsequente und ruhige Erziehung, wenn er glücklich in die Familie integriert werden soll und auf Kommando gehorchen soll.

Für unsichere, cholerische oder sprunghaft veranlagte Menschen ist der Dobermann keinesfalls geeignet, da er sehr sensibel auf seine Bezugspersonen reagiert.
Liegen geeignete Bedingungen für die Haltung dieser Rasse vor und sollten Sie sich für den Kauf eines Dobermanns entscheiden, können Sie sich auf viele glückliche Stunden mit einem treuen Beschützer und Freund freuen.
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