Welpenerziehung: Grundlagen & Tipps für den gemeinsamen Start

Sie können es kaum mehr abwarten, bis Ihr Vierbeiner endlich bei Ihnen zu Hause einzieht? Oder bringt bereits ein aufgeweckter Welpe viel Freude und Trubel in Ihr Heim? In beiden Fällen gibt es einiges zu beachten, damit Sie auch langfristig Freude am Zusammenleben haben. Denn mit der Welpenerziehung sollten Sie bereits ab dem Einzug Ihres neuen vierbeinigen Freundes beginnen. Neben der artgerechten Ernährung ist auch eine konsequente Erziehung das A und O für einen angenehmen Alltag mit Ihrem Hund. Was Ihnen beim Trainieren eines Welpen zugutekommt, ist dessen Wissensdurst und seine immense Lernbereitschaft.

Besonders in den ersten Lebensmonaten ist Ihr Welpe sehr aufnahmefähig und Sie können daher große Schritte bei der Erziehung machen. Wir zeigen Ihnen wichtige Tipps, Empfehlungen und Kommandos, die für die Erziehung Ihres Welpen Gold wert sind.

Darauf kommt es bei der Welpenerziehung an

Zu Beginn der Welpenerziehung sollten Sie Regeln aufstellen, die eingehalten werden müssen. Sowohl von Ihrem Hund als auch von Ihnen. Machen Sie Ihrem Hund zum Beispiel klar, wann er spielen darf und wann nicht. Lassen Sie das Spielzeug nicht immer offen liegen, sonst verliert es seinen Reiz. Zudem sollten Sie Ihrem Welpen beibringen, welche Räume in Ihrem zu Hause betreten werden dürfen und welche nicht. So lernt er auch, Sie nicht auf Schritt und Tritt zu verfolgen, und läuft Ihnen später nicht ständig hinterher.

Welpen im Zahnwechsel haben ein besonders starkes Kaubedürfnis. Falls ihr Welpe an Ihren Möbeln kaut, unterbrechen Sie dieses Verhalten und zeigen Sie ihm eine Kau-Alternative. Hier bietet sich ein Spielzeug oder ein Kauknochen an. Ihr Welpe lernt so nach kurzer Zeit, Spielzeug von Einrichtungsgegenständen zu unterscheiden.

Auch die Nahrungsaufnahme Ihres Welpen sollten Sie kontrollieren. Entscheiden Sie, wann Ihr Hund dem Napf näherkommen darf und begrenzen Sie die Zeit, in der das Futter zur Verfügung steht. So können Sie die Wahrscheinlichkeit verringern, dass Ihr Welpe schädliche Nahrung während des Spaziergangs frisst. Nehmen Sie Ihrem Welpen gelegentlich während der Fütterung den Napf weg. Falls Ihr Welpe knurrt, lassen Sie sich nicht einschüchtern. Zieht sich Ihr Hund anschließend zurück, beruhigen Sie ihn mit sanfter Stimme und stellen Sie seinen Napf wieder an seinen Platz. Ihr Welpe lernt, dass er mit Aggression nicht an sein Ziel kommt.

Auch Ihre Familienmitglieder sollten Sie in die Welpenerziehung einbinden. Wichtig dabei ist Konsequenz: Stimmen Sie sich ab, was Sie dem Hund erlauben, damit Sie Ihn nicht durch widersprüchliche Regeln verwirren.
Eine der wichtigsten Grundsäulen bei der Erziehung ist eine gewaltfreie Haltung. Nur so kann Ihr Hund Vertrauen zu Ihnen aufbauen und Ihren Anweisungen folgen.

Guter Schlaf, gesunder Welpe

Wie für uns Menschen ist auch für Ihren Welpen das Schlafen ein wichtiger Faktor für seine Gesundheit. Besonders in den ersten Wochen und Monaten braucht Ihr treuer Begleiter viel Ruhe. Wenn Ihr Welpe zu Beginn bis zu 22 Stunden am Tag schläft, ist das normal, auch bei erwachsenen Hunden sind es noch bis zu 20 Stunden.
Jedes Nickerchen, jeder Tiefschlaf und jedes kurze Dösen lassen ihn Energie tanken. Zu wenig Schlaf kann sich negativ auf Ihren Hund auswirken. Das führt zu Stress und aggressives Verhalten kann daraus resultieren.

Falls Sie bemerken, dass Ihr Hund zu wenig schläft, kann das ein Anzeichen sein, dass seine Schlafumgebung verändert werden muss.

Der richtige Schlafplatz ist entscheidend für das Wohlbefinden Ihres Welpen. Achten Sie darauf, einen ruhigen Ort zu wählen, an dem wenig Menschen vorbeigehen und eine geringe Lautstärke herrscht. Sie können den Korb in der Ecke des Wohnzimmers oder in den ruhigen Flur stellen. Ihr Welpe kann selbst entscheiden, wann er Ihre Nähe sucht oder sich lieber zurückziehen möchte.

Falls Ihr Welpe gerade erst bei Ihnen eingezogen ist, kann eine Schlafbox neben Ihrem Bett für mehr Sicherheit sorgen. Mit einer weichen Decke und etwas zum Kauen fühlt sich Ihr Welpe im Handumdrehen wie zu Hause. Ob Ihr Hund in Ihr Schlafzimmer darf oder nicht, liegt an Ihnen. In den ersten Wochen kann die unmittelbare Nähe zu Ihnen sehr hilfreich sein, um sich an die noch fremde Umgebung zu gewöhnen. Wenn Ihr Welpe in der Nacht jedoch eher unruhig ist, können Sie z. B. beruhigende Musik aufdrehen oder eine Wärmflasche in seine Schlafbox legen.

Hinzu kommt, dass Ihr kleiner Vierbeiner seine Blase noch nicht kontrollieren kann. Es dauert meist Wochen, bis er sein Geschäft zuverlässig nur mehr draußen erledigt. Wichtig ist es, mit dem Welpen oft genug hinaus zu gehen, um ihm die Möglichkeit dazu zu geben. Besonders nach dem Aufwachen, Fressen oder Spielen sollten Sie so schnell wie möglich zum gewohnten Gassiplatz gelangen. Wenn er brav sein Geschäft verrichtet hat, dürfen Sie Ihren kleinen Schützling ausgiebig loben.

Damit sich Ihr Hund von Anfang an sicher und geborgen fühlt, helfen feste Uhrzeiten und Rituale. Legen Sie fest, wann Ihr Hund sein Futter bekommt und wann Sie zum letzten Mal hinausgehen. Halten Sie diese Zeiten so gut es geht ein, um Ihrem Hund eine Orientierung zu geben.

Hundeschule für Welpen

Ein weiterer wichtiger Aspekt in der Welpenerziehung ist die Hundeschule. Bevor Sie diesen spannenden Schritt gehen, sollten Sie vorab ein paar Dinge klären: Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt, welche Impfungen notwendig sind und holen Sie diese gegebenenfalls nach. Stellen Sie zudem sicher, dass Sie eine Hundehaftpflichtversicherung abgeschlossen haben.

Als Vorbereitung auf die Hundeschule, empfehlen wir, mit Ihrem Vierbeiner eine Welpenspielstunde zu besuchen. Durch das Training in der Gruppe werden Hunde von Anfang an mit Artgenossen und Umweltreizen sozialisiert.

Achten Sie zudem darauf, dass in der Welpenspielstunde die anderen Hunde ungefähr die gleiche Größe und ein ähnliches Temperament sowie Alter haben. Hier geht es um einen zwanglosen Kontakt zwischen den Welpen und einer Möglichkeit, Grenzen auszutesten. Die Welpenstunden werden von erfahrenen Hundetrainern geleitet. Der Trainer analysiert das Verhaltensmuster Ihres Welpen und hilft Ihnen, das gewünschte Verhalten zu erreichen.

Aber Vorsicht: Nicht immer ist ein Besuch in der Welpenspielstunde empfehlenswert. Haben Sie einen traumatisierten Welpen oder einen sehr ängstlichen Hund bei sich aufgenommen? Oder hat Ihr Welpe schlechte Erfahrungen mit anderen Hunden gemacht? Dann sollten Sie einen darauf spezialisierten Hundetrainer kontaktieren. Dieser hilft Ihnen, Ihren Welpen auf das Zusammentreffen mit anderen Hunden vorzubereiten.

Hat Ihr Hund genug Vertrauen in Sie und sich selbst gesammelt und seine ersten Hundebekanntschaften gemacht, steht der Hundeschule nichts mehr im Wege.

Um die richtige Schule für Ihren Hund zu finden, sollten Sie diese vorher ausprobieren. Bei kostenlosen Schnupperstunden können Ihr Welpe und Sie herausfinden, ob Sie sich dort wohlfühlen und Spaß haben. Nur so können Sie langfristig dafür sorgen, dass Sie und Ihr Hund tolle Erfolge feiern werden.

Das richtige Training für Ihren Welpen

Die ersten Lebensmonate Ihres Welpen sind prägend, da er in dieser Zeit so lernwillig und aufnahmefähig ist, wie kein anderes Mal in seinem Leben. Wir empfehlen Ihnen daher, so früh wie möglich Ihren Hund zu trainieren.

Zuallererst müssen Sie Vertrauen zu Ihrem Welpen aufbauen. Es ist sehr wichtig, ihm Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln, damit er lernt, dass er sich auf Sie verlassen kann. Somit erhalten Sie nicht nur sein Vertrauen, sondern auch eine Verbindung, die auf gegenseitigem Respekt beruht.

Welpen haben eine kurze Aufmerksamkeitsspanne und ermüden rasch. Gestalten Sie die Übungseinheiten daher kurz, um Ihren Welpen nicht zu überfordern. Wir empfehlen, das Training anfangs in einer ruhigen Umgebung abzuhalten. Das richtige Timing ist dabei entscheidend für einen guten Lernerfolg.

Hunde lernen assoziativ, daher müssen Sie das erwünschte Verhalten Ihres Welpen umgehend – innerhalb einer Sekunde – belohnen. Reagieren Sie zu spät, kann er seine Handlung nicht mit der Belohnung verknüpfen.

Der Name des Hundes ist kein Kommando. Verwenden Sie daher den Namen Ihres Welpen ausschließlich als Ansprache und verknüpfen sie ihn mit einem Kommando wie z. B. „Bello, Hier her!“. Das ist einer der häufigsten Fehler, die beim Welpentraining auftreten.

Die wichtigsten Kommandos für Ihren Hund

  • Das wichtigste Kommando in der Welpenerziehung ist der Befehl „Hier her“. Ihr Hund muss diesen Befehl beherrschen, damit Sie Ihn aus jeder Situation zurückzuholen können. Jungen Hunden dieses Kommando beizubringen, ist meist einfach, da sie Ihrem Herrchen oder Frauchen anfangs kaum von der Seite weichen.

So bringen Sie ihm das Kommando bei: Zuallererst müssen Sie die Aufmerksamkeit Ihres Welpen wecken. Rufen Sie Ihren Welpen bei seinem Namen oder reizen Sie ihn durch Klatschen oder ein Spielzeug. Wenn Ihr Welpe zu Ihnen läuft und fast bei Ihnen angekommen ist, rufen Sie das Kommando „Hier her“ und geben ihm eine tolle Belohnung. Erst wenn Ihr Welpe das beherrscht, können Sie das Niveau des Trainings schrittweise erhöhen.

  • Das gängigste Kommando ist „Sitz“. Selbst im Welpenalter wird dieses Kommando sehr schnell erlernt.

So bringen Sie ihm das Kommando bei: Halten Sie Ihrem Welpen das Leckerli direkt vor die Nase und führen Sie es nach oben. Ganz automatisch wird sich Ihr Welpe auf den Boden setzen. In diesem Moment sagen Sie ihm das Kommando „Sitz“ und loben ihn anschließend. Wiederholen Sie dieses Training solange, bis kein Leckerli mehr notwendig ist.

  • Gleich aufbauend kann das Kommando „Platz“ erlernt werden.

So geht’s: Halten Sie das Leckerli vor seine Nase und führen es auf den Boden zwischen seinen Pfoten. Sobald er sich hingelegt hat, belohnen Sie Ihn mit dem Leckerli. Falls Ihr Hund aufsteht, wenn Sie das Leckerli zu Boden führen, setzen Sie sich auf den Boden und winkeln Sie Ihre Beine an. Locken Sie ihren Welpen hindurch, sodass er sich hinlegen muss, um an das Leckerli zu kommen. Sobald er liegt, geben Sie das Kommando und belohnen Ihn anschließend.

  • Damit Ihnen der Welpe nicht abhandenkommt, müssen Sie ihm das Kommando „Bleib“ beibringen.

Dafür reicht eine einzige Handbewegung: Stehen Sie leicht gebeugt vor Ihrem sitzenden Hund. strecken Sie ihre Hand aus und geben den Befehl „Bleib“. Dann gehen Sie einen Schritt zurück und wieder nach vorne. Nur wenn Ihr Welpe sitzen bleibt, belohnen Sie ihn mit einem Leckerli.

  • Welpen neigen dazu, gefundenes Fress- oder auch Nicht-Fressbares ins Maul zu nehmen und nicht mehr loszulassen. Zum Schutz Ihres Welpen ist es von grundlegender Bedeutung ihm das Kommando „Aus“ beizubringen:

So geht’s: Spielen Sie mit Ihrem Hund mit einem Spielzeug. Hat er das Spielzeug im Maul, umfassen Sie mit Ihrer Hand die Schnauze und warten Sie, bis er das Spielzeug loslässt. Jetzt geben Sie das Kommando „Aus“. Belohnen Sie ihn und wiederholen Sie den Vorgang, bis der Griff auf die Schnauze nicht mehr notwendig ist.

Ein vertiefendes Wissen rund um das Welpentraining und Welpenerziehung können Sie in dem Buch „Welpentraining mit Martin Rütter“ nachlesen.

So belohnen Sie richtig

Sie können Ihren Welpen bei einem Lernerfolg auf vielfältige Weise belohnen.
Bieten Sie ihm verschiedene Leckerlis an, spielen Sie mit ihm oder streicheln Sie ihn. Hat Ihr Welpe bereits ein Kommando gut gelernt, lassen Sie die Belohnung zwischendurch weg, damit das Futter nicht zu seinem einzigen Anreiz wird. Um die Motivation Ihres Vierbeiners aufrecht zu erhalten, sollten Sie trotzdem weiterhin Leckerlis verwenden. Lernpausen helfen, um neue Kommandos zu verinnerlichen.

Welpenerziehung mit Clickertraining

Eine weitere Möglichkeit Ihren Welpen zu trainieren, ist mit dem Clicker. Auf Knopfdruck ertönt ein Klick-Geräusch. Dieser Laut muss zunächst vom Hund mit einer Belohnung assoziiert werden. Geben Sie Ihrem Welpen nach jedem Klick ein Leckerli und bald wird er einen Zusammenhang zwischen Clicker und Leckerli herstellen.
Mit dem Clicker können alle gewöhnlichen Kommandos, wie Sitz, Platz, Hier her geübt werden. Er ist ein gutes Hilfsmittel um ein richtiges Verhalten punktgenau zu bestätigen und kündigt die Gabe des Leckerlis an.

Beim Clickertraining ist das richtige Timing essentiell und es erfordert deshalb ein wenig Übung mit dem Clicker zu arbeiten. Sie müssen das Verhalten zum richtigen Zeitpunkt bestätigen, damit Ihr Hund versteht, was Sie von ihm erwarten.
Fazit ist, dass Welpen Kommandos durch Clickertraining leichter verstehen und einen schnelleren Lernerfolg haben.

Kleinkinder und Welpen – So werden sie Freunde

Auch das Zusammenleben zwischen Ihrem Kind und Ihrem Hund ist Teil der Welpenerziehung. Das Miteinander von Kindern und Hunden sollte immer beaufsichtigt werden, um sowohl Kindern als auch Hunden zeigen zu können, wie man richtig miteinander umgeht und eingreifen zu können, wenn es erforderlich ist.

Es gibt viele für Familien geeignete Hunderassen wie den Norwich Terrier, der Ihrem Kind ein guter Freund sein kann. Zu beachten ist, dass Kinder den Welpen nicht festhalten, küssen oder niederdrücken dürfen. Auch lautes Geschrei oder Zerr-Spiele sollten Sie unterbinden.

Wappnen Sie sich vor Beißunfällen, denn die Mehrheit passiert direkt zu Hause. Kleinkinder können die Warnsignale meist nicht interpretieren. Angespannte Muskeln, einen fixierenden Blick sowie Zähne blecken verstehen Kleinkinder nicht. Das ist jedoch fatal, da diese Anzeichen oft zu einem Angriff führen, wenn keine angemessene Reaktion darauf erfolgt. Hier sind Sie als Aufsichtsperson gefragt!

Spiele hingegen fördern die Bindung zwischen Kind und Hund. Gute Beispiele hierfür wären Spiele, wie Verstecken oder Leckerlis unter Bechern verstecken. Diese machen Spaß und haben sogar einen Lerneffekt für Kind und Welpe.

Wenn Ihr Welpe einmal sehr aufgedreht ist, sollten Sie Kleinkinder aus der Schusslinie bringen, bis er sich wieder beruhigt hat. Umgekehrt muss es auch für den Welpen einen sicheren Rückzugsort geben, der für das Kind tabu ist.

Viele Wege führen zu einem guten Zusammenleben zwischen Hundewelpe und Kind, doch diese Wege sind manchmal holprig. Mit Liebe und Geduld kann ein konfliktfreies Zusammenleben möglich werden.

Eine konsequente Welpenerziehung mit viel Verständnis, die das Wesen des Hundes respektiert, ist Grundlage für eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Menschen und Hunden. Eine erfolgreiche Welpenerziehung wird durch ein aktives Training zu Hause und in der Welpenschule geprägt. Geben Sie Ihrem Welpen Zeit, alle Übungen zu verstehen und belohnen Sie ihn bei richtigen Verhaltensweisen. Bald wird Ihr Welpe heranwachsen und Ihnen ein treuer Freund und Wegbegleiter sein.

Pedigree® Feeling Happy Pedigree® Feeling Happy